Programme

Grenzgänger der Frühklassik

Literatur & Improvisation ⇢ Fortepiano

Kompositionen von CPE Bach, Haydn und Mozart vereinen sich mit imposanten Improvisationen nach den Ansprüchen des Publikums.
Äußern Sie Ihre Wünsche: Sujet, Tonart, Taktart, Stil bis hin zur musikalischen Form werden durch Sie als Zuhörer bestimmt. Dies verspricht einen unterhaltsamen Konzertgenuss – lassen Sie sich überraschen.
Besonders interessant wird es, wenn ein archaisches Thema wie die bekannte «Follia» zur Grundlage genommen wird für improvisierte Variationen in den diversen «Nationalstilen» des ausgehenden 18. Jahrhunderts.
 

Wilhelm Friedemann Bach (1710-1784)
Fantasie in a-Moll F.23

Jermaine Sprosse
Improvisation nach gewünschten Effekten durch das Publikum

Joseph Haydn (1732-1809)
Sonate in h-Moll Hob: XVI: 32
Allegro moderato – Menuet – Finale (Presto)

Jermaine Sprosse
Improvisation über die Folie d´Espagne

+++ Pause (optional) +++

Carl Philipp Emanuel Bach (1714-1788)
Sonate in a-Moll Wq 57

Jermaine Sprosse
Rondo und/oder Fuge über ein Thema aus dem Publikum

Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791)
Sonate in G-Dur KV 283

Carl Philipp Emanuel Bach
Rondo in E-Dur Wq 57

 

Zum Programm:

Das Programm „Grenzgänger der Frühklassik“ zeigt zum einen späte Clavierstücke der Bach-Söhne Wilhelm Friedemann und Carl Philipp Emanuel, zum anderen Werke Haydns und Mozarts der 1770er Jahre.

Dabei tritt CPE Bach selbst mit zwei extremen Kompositionen seiner späteren Schaffensperiode auf: Einerseits mit einer Sonate in a-Moll, die exemplarisch für das Subjektive, Empfindsame, aber auch Stürmende und Drängende in Bachs Ästhetik steht. Andererseits einem Rondo in E-Dur (beide aus der 3. Sammlung für Kenner und Liebhaber, 1781), das formal ausgeglichener ist und bereits mehr dem klassischen Formideal entspricht. Sein älterer Bruder eröffnet das Programm mit einer kurzen, hochvirtuosen Fantasie.
Der Einfluss CPE Bachs ist insbesondere in Haydns schroff daherkommender Sonate in h-Moll spürbar, während Mozarts bekannte G-Dur-Sonate aus dem Jahr 1774 für einen beinahe frühlingshaft, unschuldigen Ausgleich sorgt.

Inspiriert durch die Claviermusik des späten 18. Jahrhunderts erklingen Improvisationen im (früh)klassischen Stil. Hier geht es hauptsächlich um die Praxis des Extemporierens nach Wünschen des Publikums. So können Sujet, Tonart, Taktart, Stil, sogar Form durch die Zuhörer bestimmt werden, was diese auf eine einzigartige Weise in das Konzertgeschehen miteinbezieht. Besonders interessant wird es, wenn ein aus Sicht der «Drei Grossen» des hiesigen Programms archaisches Thema wie die bekannte «Follia» (Folie d’ Espagne) zur Grundlage genommen wird für improvisierte Variationen in den diversen «Nationalstilen» des ausgehenden 18. Jahrhunderts.